Kategorie: Medien

Gelesen: Selbst glauben

Mit diesem Beitrag möchte ich euch mal wieder ein neues Buch vorstellen, das ich gerade gelesen habe. Der Titel des Buches lautet Selbst Glauben. 50 religionspädagogische Methoden und Konzepte für Gemeinde, Jugendarbeit und Schule. Mit Florian Karcher, Petra Freudenberger-Lötz und Germo Zimmermann haben sich drei Herausgeber auf den Weg gemacht, nicht nur eine Methodensammlung für die Jugendarbeit zusammenzustellen, sondern unter dem Aspekt einer subjektorientierten Religionspädagogik verschiedene Ansätze und eine Sammlung dazugehörender Methoden in einem Buch zu vereinen. So entsteht eine Dreiteilung des Buches mit einer ausführlichen Einleitung, dem theoretischen Einblick in unterschiedliche Ansätze und einer Zusammenstellung verschiedener zu den Ansätzen gehörender Methoden.

In der ausführlichen Einleitung stellen die Herausgeber den Gedanken der subjektbezogenen Religionspädagogik vor, deren Ziel eine religiöse Subjekt-Bildung und -Werdung ist. Die Praxis dieses Ansatzes ist auf Partizipation und Eigenverantwortung ausgelegt. Allen im Buch vorgestellten Ansätzen liegt daher eine Hermeneutik der Aneignung zugrunde, die mit den Kindern, Jugendlichen, Schülern oder Konfirmanden gemeinsam nach Wegen des Glaubens suchen will. Folgt man dieser Hermeneutik braucht es viele verschiedene religionspädagogische Konzepte, um möglichst viele Kinder und Jugendliche ansprechen zu können. Es gibt nicht das eine für alle gültige Konzept. Entsprechend werden in diesem Buch eben verschiedene Ansätze nebeneinander vorgestellt. Leider wird nicht erwähnt, unter welchen Kriterien die Auswahl erfolgte, ob sie evtl. sogar erschöpfend ist oder es noch andere Ansätze gibt, die diesem Ansatz dienen.

Neben den drei Herausgebern konnten Autoren wie Uta Pohl-Patalong oder Delia Freudenreich gewonnen werden, Konzepte wie die Kreative Bibeldidaktik, Bibliolog oder Godly Play zu beschreiben. Sämtliche Aufsätze folgen dergleichen Struktur, so dass die Konzepte auf diese Art und Weise gut miteinander verglichen werden können. Die jeweiligen Ausführungen erstrecken sich immer nur über wenige Seiten und lassen sich gut auch mal zwischendurch lesen. Außerdem ist allen Aufsätzen eine kleine Liste weiterführender Literatur angefügt. Das hat mir sehr gut gefallen, da die Ausführungen auf Grund der gebotenen Kürze immer nur einen kleinen Einblick in das jeweilige Konzept bieten. Wer mehr wissen will, muss an anderer Stelle weiterlesen oder wie im Falle des Bibliologs eine entsprechende Ausbildung machen. Für einen ersten Einblick sind die Aufsätze aber gut geeignet.

Im dritten Abschnitt des Buches sind den Konzepten mehrere verschiedene Methoden zugeordnet. Nach einem Satz der Kurzbeschreibung folgen Angaben zur benötigten Zeit, Vorbereitung, zum Material und zur Durchführung sowie zur Reflexion der jeweiligen Methode in der Gruppe. Auch Hinweise und Variationsmöglichkeiten werden angeführt. So lassen sich die Methoden gleich mal in der Praxis ausprobieren, um noch einen anderen Einblick in den jeweiligen Ansatz zu erhalten. Vielleicht entsteht dann ja Lust auf mehr und man arbeitet sich in das jeweilige Konzept tiefer ein.

Mein Fazit zu diesem Buch: Wer in der Religionspädagogik unterwegs ist, schon immer für neue Ansätze und Methoden ansprechbar war, wird das ein oder andere bekannte in diesem Buch finden. Konzepte wie der Bibliolog, Godly Play und Interreligiöses Lernen sind schon länger auf dem Markt und hier und da auch schon etabliert. Gerade die Vergleichbarkeit der Ansätze durch den identischen Aufbau der Aufsätze macht das Buch aber interessant. So ist es möglich, für den eigenen Zusammenhang einen hoffentlich passenden Ansatz auszuwählen, ohne gleich zig verschiedene Bücher lesen zu müssen. Die beigefügten Methoden ermöglichen ein erstes Ausprobieren. Wer dann feststellt, dass es passt, wird durch die beigefügten Literaturlisten an die Hand genommen und kann an anderer Stelle weiterlesen. Alles in allem eignet sich das Buch gut, wenn man auf der Suche nach einem Konzept ist und erstmal einen Überblick gewinnen möchte. Wer sich über einen bestimmten Ansatz näher informieren will, sollte zu einem anderen Buch greifen.

Vielleicht nicht unbedingt direkt fresh x, so stellt sich doch innerhalb meines Aufgabenfeldes die Frage nach den Ansätzen und Methoden. Deshalb fand ich es ganz spannend, in dieses Buch mal hineinzulesen. Kennt Ihr das Buch vielleicht schon oder wollt jetzt auch mal hineinschauen? Ich wäre gespannt, von Euren Erfahrungen mit den Methoden zu erfahren. Schreibt doch einfach eure Gedanken dazu in die Kommentare.

 

 

Gelesen: Fresh X. Der Guide

Immer wieder werde ich gefragt, was man zum Thema Fresh X mal lesen könnte. Nun habe ich selbst noch nicht alles gelesen, was so auf dem Markt ist. Aber es wird täglich mehr, denn ich bin eine absolute Leseratte und das gilt nicht nur für die sogenannte Trivialliteratur. So langsam füllt sich mein Bücherregal mit gelesener Literatur sowohl aus dem englisch- als auch aus dem deutschsprachigen Raum. Also habe ich mir überlegt, ich werde in loser Reihenfolge immer mal ein Buch vorstellen, das über meinen Schreibtisch gewandert ist, und von dem ich mir vorstellen könnte, dass es auch andere interessiert.

Den Anfang mache ich mit dem kleinen Buch „Fresh X. Der Guide“ von Reinhold Krebs und Daniel Rempe. Reinhold Krebs ist im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg tätig und koordiniert seit einigen Jahren die Arbeit des deutschen Netzwerkes Fresh X. Daniel Rempe arbeitet als Bildungsreferent im Diakonischen Jahr der evangelischen Kirche von Westfalen . Außerdem engagiert er sich u.a. bei CVJM e/motion in verschiedenen Projekten und nennt diese Gemeinschaft seine Gemeinde. Beide Autoren wissen also, wovon sie in ihrem Buch berichten. So schreiben sie von einer Reise hin zu einer Kirche für Menschen, die nie eine betreten würden. Entsprechend ist ihr Buch wie ein Reiseführer gestaltet und beginnt gleich mit einer Landkarte der einzelnen Stationen dieser Reise. Sie ersetzt das klassische Inhaltsverzeichnis. Und dann geht sie los, die Reise zu den neuen Gemeindeformen.

Die Stationen dieser Reise sind z.B. die Fragen, die zu Fresh X führen, der Beginn des Abenteuers vor zweitausend Jahren, die Schritte, die zu einer Fresh X führen, oder auch das Geistliche Fernweh. Gut verständlich werden die Kennzeichen einer Fresh X dargestellt, die Entstehung dieser Bewegung beleuchtet und erste praktische Hinweise zur Umsetzung gegeben. So eignet sich dieser Reiseführer für einen ersten Überblick, wenn man einfach mal wissen möchte, was sich hinter dem Begriff Fresh X verbirgt. Doch auch wer am Anfang des Aufbruchs zu einer neuen Gemeindeform steht und gerne vor einer Reise mal einen Reiseführer liest, fühlt sich gut an die Hand genommen. Besonders die Ausflugsziele in den Norden und Süden, die Initiativen vor Ort vorstellen, lassen die theoretischen Inhalte konkret erscheinen und machen Lust selbst anzufangen. Da ist es gut, dass am Ende des Reiseführers eine Menge Proviant für den weiteren Weg geboten wird. Neben der weiterführenden Literatur sind es Dvds, Internethinweise oder auch Namen von Partnern des Fresh X-Netzwerkes. Im Buchcover ist dazu noch eine zweite Landkarte ausklappbar, die die fünf Schritte zur Fresh X darstellt. Diese gibt es mittlerweile auch als Postkarte. Nachdem ich sie bei Dynamissio gefunden habe, steht sie nun gut sichtbar auf meinem Schreibtisch, denn mir macht sie Mut – immer dann, wenn ich mal wieder überlege, ob ich wirklich noch auf dem richtigen Weg bin. Dann entdecke ich z.B. auf dieser Landkirche, dass Gottes Spuren nicht immer geradeaus führen, oder auf der geistlichen Reise durchaus auch Pausen eingeplant sind, und man den einen oder die andere auch mal ziehen lassen muss.

Für mich ist dieses Buch eine gelungene Einführung, ein erster Einblick in Fresh X, so wie mir vor einer Reise der kleine Reiseführer Lust auf meinen Urlaub macht. Deshalb kann ich das Buch allen empfehlen, die mal schauen wollen. Die Mitstreiter im TraumTeam unserer Fresh X haben es alle gelesen, da es ohne großes theologisches Wissen verständlich und so schön konkret ist. Meine persönlichen Highlights sind die kurze, prägnante Darstellung der Kennzeichen einer Fresh X. Die nutze ich immer, wenn ich irgendwo in einem Vortrag erklären soll, was eine Fresh X eigentlich von der Gemeindegruppe in der Kirchengemeinde unterscheidet. Dazu die einzelnen Beispiele der Ausflugstipps. Sie haben mir noch einmal gezeigt, wie unterschiedlich, wie kreativ einzelne Initiativen sein können, und dass Ausprobieren und Scheitern auch dazugehören dürfen. Und das letzte Highlight ist die bereits erwähnte Karte, die nun als Postkarte in meinem Sichtfeld steht.

Mein Fazit: Für einen ersten Überblick über das unbekannte Land der Fresh X, und um Lust auf die Reise zu machen, kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Wer schon weiter drin ist im Thema, vielleicht selbst schon eine neue Gemeindeform lebt, der wird sicher auf viel Bekanntes stoßen, aber die tieferen Fragen nicht beantwortet bekommen. Da sind andere Bücher empfehlenswerter. Doch dazu schreibe ich zu anderer Zeit mehr.

Habt Ihr das Buch vielleicht auch schon gelesen? Was ist euer Eindruck davon?