Warum eigentlich fresh x?

„Glauben ist was für alte Leute“, „Kirche ist alt und verstaubt“, „Ich bin nicht so der Kirchgänger“ – Sätze, die so oder so ähnlich immer wieder laut werden, wenn es um den eigenen Bezug zum christlichen Glauben und zur Kirche geht. Auch wenn in den westlichen Bundesländern noch mehr als die Hälfte der Bevölkerung Mitglied einer der christlichen Kirchen ist, haben viele „ihre“ Kirche schon lange nicht mehr von innen gesehen – oder auch nie.

Ganz ehrlich, auch wenn ich Pastorin bin, zieht es mich am Sonntag auch nicht unbedingt in den nächsten Gottesdienst. Auch ich fühle mich nicht unbedingt angesprochen von dem, was dort geschieht. So wähle ich mir die Gottesdienste, die ich besuche, immer ziemlich sorgfältig aus.

Zugleich wächst die Zahl derer, die noch nie mit einer Kirchengemeinde oder Christen in Kontakt gekommen, geschweige denn eine Kirche von innen gesehen haben. Aber ist der Glaube an den dreieinigen Gott deshalb veraltet, nicht mehr angesagt? Mein Eindruck ist, dass ganz das Gegenteil der Fall ist. Wenn ich mit Menschen im Zug, bei privaten Einladungen oder auch an anderen Orten ins Gespräch komme, dann haben die meisten gleich Fragen rund um Gott und die Welt. Oder sie wollen einfach mal über etwas reden. Oft sind es die großen Themen rund um den Sinn des Lebens und das Danach.

Gedanken und Erfahrungen, die mich bewegt haben, nach dem „mehr“ zu suchen. Ich bin überzeugt davon, dass Gott für jeden Menschen die beste Botschaft bereit hält, die ein Mensch nur erfahren kann. Deshalb will ich davon erzählen. Aber wie?

Fresh expressions of church – neue Ausdrucksformen von Kirche sind m.E. ein Weg, Menschen Begegnungen mit Gott zu ermöglichen. Denn darum geht es: Gott will den Menschen begegnen, ihnen nahe sein, damit sie seine Liebe spüren und weitergeben. Doch wie sollen Menschen Gott begegnen, wenn sie gar nicht wissen, wie er sich ihnen zeigt? Wenn sich Glauben auf das beschränkt, was hinter Kirchentüren und Gemeindehauswänden stattfindet, dann ist er Teil einer Sonntagskirche. Da aber verirren sich nur selten Menschen hin, die noch nie Kontakt mit dem christlichen Glauben hatten. Christlicher Glaube muss sich im Alltag zeigen, damit Menschen Gott neu begegnen können. Er muss sich dort zeigen, wo die Menschen sind – im Wohngebiet, am Arbeitsplatz, vielleicht sogar im Supermarkt. Genau das wollen fresh expressions of church: Zeugnisgemeinschaften der guten Botschaft Gottes vor Ort bei den Menschen sein.

Dabei zeichnen sich fresh expressions durch vier Kennzeichen aus: sie sind missional, kontextuell, lebensverändernd und ekklesial. Was das genau bedeutet, werde ich in den kommenden Wochen in einer kleinen Reihe darlegen. Zunächst interessiert mich aber, welche Vorstellungen von einer christlichen Gemeinschaft im Alltag ihr habt.

 

Hier der Link zu den nächsten Beiträgen über die Kennzeichen von fresh x:

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.